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Beim Lesen der Forenbeiträge fiel mir auf, daß die Vorstellungen von
IPTV sehr verschieden und zum Teil auch falsch sind:
1. IPTV ist nicht gleich Fernsehen über das Internet. Es ist
Fernsehen über das Internet Protokoll (IP). D.h. Anschlussanbieter
und Diensteanbieter sind identisch (Idee von Triple Play, alles aus
einer Hand) => die Bindung an den Anschlussanbieter vergrößert sich
und dies ist von der Telekom z.B. so gewollt.
2. IPTV funktioniert immer über Multicast. Anders wären die
Datenmenge nicht zu transportieren. Das heißt aber nicht, daß nicht
auch Unicast-Verbindungen zur Erfassung von Sehgewohnheiten aufgebaut
werden. Diese sind aber sehr schmalbandig. Die Streams gehen über
Multicast.
3. Es kann von jedem PC Fernsehen geguckt werden. Trotzdem werden
Settop-Boxen angeboten, die von der Bedienung herkömmlichen DVB-T
oder DVB-C Settop-Boxen gleichen. Es ändert sich also für den
Otto-Normal-Verbraucher nichts, was die Bedienung angeht.
4. IPTV ist eine Möglichkeit HDTV anzubieten. Die Anzahl an
verkaufter LCD-Fernseher ist eine gute Basis für HDTV-Angebote. Wenn
IPTV-Anbieter hier schneller sind als Satelliten oder
Kabelnetzbetreiber, dann ist das ein Vorteil.
5. VDSL ist keine Voraussetzung für IPTV. Auch ADSL2 reicht für HTDV
(1 Stream) aus. Allerdings haben nur ein Bruchteil der Bundesbürger
die Möglichkeit ADSL2 zu bekommen weil die meisten zu weit weg von
Ihrem DSLAM (DSL-Gegenstelle) wohnen. Und wenn schon die DSLAMs näher
zum Kunden bringen, warum dann nicht auch die Bandbreite erhöhen.
Genau dies macht die Telekom mit VDSL.
6. Video on Demand (VoD) funktioniert mit Unicast. Die Einführung von
VoD in einem IPTV-Szenario ist einfach. Die Technik beim Kunden ist
identisch. Ich teile die Meinung, daß sich Videotheken warm anziehen
müssen.
7. Die Einspeisung von neuen Programmen ist sehr einfach und
preiswert. So werden lokale Sender, Spartenprogramme und noch mehr
Werbesender wie Pilze aus den Boden schiessen. Die Telekom wirbt dann
indirekt auch noch für diesen TV-Spam: “mehr als 100 TV-Programme”.
Die meisten davon will eh keiner sehen.
8. Hauptmotivation aus Sicht der Telekom ist wohl tatsächlich die
Kundenbindung. SAT- und Kabelnetzbetreiber bieten Internetzugang und
Telfonie, beides Geschäftsfelder der Telekom. Also muss die Telekom
auch TV bieten. Dadurch entstehen Firmen mit ähnlichem Angebot, die
sich in einer neuen Konkurrenzsituation befinden. Dem Nutzer kann es
freuen.

One Response to “IPTV ist NICHT Fernsehen über das Internet!!! - IP-Fernsehen der Telekom soll sich verzö…”

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