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> Bei den “Intrigen” ging es um Lizenzgebühren, nicht darum, welche
> Röhre am Ende benutzt wird. Es gab bei Zworkin einfach 1923 noch
> keine Röhre, er tat aber so, als ob.
Nun ja, er führte sie halt nur vor Publikum im Westinghouse
Laboratorium im Jahr 1923 vor. In der von mir genannten Literatur
findest Du ein Faximile der original Patentanmeldung von 1923 mit
detaillierten Zeichnungen über den Bau und die Funktion der Röhre,
sowie verschiedene Originalphotos der Selben.
Indes taugte die erste Röhre - ebenso wie Farnsworth’s erste Röhre -
noch nicht viel. Die Photokathode wurde bei dieser Röhre noch von
hinten abgetastet. Erst als Zworkin die Photokathode von der
Bildseite her abtastete, war das Ikonoskop für Fersehtechnische
Zwecke brauchbar. Dies geschah aber erst ab 1931 und das ist wohl der
an den Haaren herbeigezogene Grund für die Farnsworth-Apologeten,
Zworkins Priorität bei der Erfindung der elektronischen
Bildaufnahmeröhre zu bestreiten.
> Bei Farbsworth gab es eine, auch
> wenn sie noch schlecht war.
Farnsworth führte seine Röhre erstmalig 1927 vor Investoren seines
zuvor gegründeten Labors vor. Die Unbrauchbarkeit seiner ersten Röhre
stand der von Zworkins erster Röhre in absolut nichts nach.
> Und die Idee, es mit einem
> Elektronenstrahl abzutasten, die hatte Farnsworth halt auch schon
> gehabt.
Woher weißt Du das? In der ‘Immage Dissection Tube’ von Farnsworth
kommt jedenfalls kein Elektronenstrahl zum Einsatz, dafür aber - im
Gegensatz zu Zworkins frühen Ikonoskopen - eine Elektronenoptik.
> Wenn Zworkin nur in Anspruch genommen hätte, eine praktisch
> brauchbarere Bildaufnahmeröhre entwickelt zu haben, würde das ja
> niemand bestreiten.
Das kann auch niemand bestreiten, denn es ist eine unumstößliche und
vielfach bewiesene Tatsache!
> Hier ging es aber darum, wer zuerst ein
> funktionierendes System hatte.
Der recht unscharfe Terminus ‘funktionierendes System’ lässt ja nun
ziemlich viel Spielraum für beliebige Interpretationen. Das ist ja
wohl auch das einzige Argumentationmittel, mit dem die
Farnsworth-Apologeten ihre Auffassung zu vertreten suchen.
> Zworkin wurde in den USA als “Erfinder
> des Fernsehens” dargestellt, und er war es definitiv nicht.
Zworkin war selbstverständlich nicht der Erfinder des Fernsehens,
genauso wenig wie Farnsworth. Zworkin hat das von sich auch nie
behauptet. Zworkin ist der Erfinder des Ikonoskops und das ist
absolut unstrittig.
> Würde die Zworkin-Röhre von Farnsworths System nicht berührt sein, so
> hätte es ja keine dementsprechende Patentdiskussion gegeben.
Patente sind, je nach Formulierung der Patentansprüche, weitgehend
auslegbar. Zur Klärung dieser Auslegungen gibt es die
Patentgerichtsbarkeit. Welche Absurditäten diese ‘Juristerei’ um
technische Dinge aber hervorzubringen im Stande ist, kann man gerade
in der heutigen Zeit sehr eindrucksvoll beobachten, insbesondere
dann, wenn viel Geld dabei im Spiel ist.
> Und verbessern ist immer einfacher als überhaupt erstmal anfangen.
Zworkin begann seine Beschäftigung mit dem Fernsehen um das Jahr 1910
als Schüler B. Rosings in dessen Privatlaboratorium in der
Petersburger Artillerieschule. Der damals vierjährige Farnsworth war
zu diesem Zeitpunkt wohl mal gerade erst ‘Stubenrein’. Der Ausbruch
der russischen Revolution veranlasste Zworkin 1918 zur Auswanderung
in die USA. Erst 1923, dem Jahr, in dem er sein Patent für die
Bildaufnahmeröhre anmeldete, wurde Zworkin Mitglied des
Forschungslaboratoriums der Westinghouse Electric and Manufactorin
Co. in East Pittsburgh und konnte seine Fernsehtechnischen Arbeiten
fortsetzen. Farnsworth war damals erst 17 Jahre alt. Gerade erst fünf
Jahre zuvor hatte Farnsworth erfahren, dass es überhaupt elektrischen
Strom gibt, den es in seiner Mormonenheimat Utah vor dem Umzug seiner
Eltern nach Rigby, Idaho für ihn nicht gab.
> Ich habe im Übrigen hier etliche Fachbücher, über Rhein und Nipkow
> mußt mir nix erzählen.
Dann solltest Du sie auch lesen und - vor allen Dingen - auch
versuchen sie zu _Verstehen_.
Friedensminister

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