fernsehench wundere mich immer darüber, das die Leute davon ausgehen, das die
> > Sachen die an keinem Kiosk gezeigt werden dürfen, selbstverfreilich
> > im Internet erlaubt seien.
> (…)
> > Es existieren Gesetze die den Versand von Sex-Medien unter Strafe
> > stellen. Aber aus dem Internet kann man sichs in epischer Breite
> > runterholen äh runterladen. Das hier was schief liegt ist doch
> > offensichtlich.
>
> Die Gründe scheinen klar zu sein:
>
> 1) An die sonstige Zensur hat man sich gewöhnt. Wer “Pornographie”
> will, weiß genau, dass er eine deutsche Zeitschrift gar nicht in die
> Hand nehmen und den Fernseher gar nicht anschalten muß.
> Im Internet geht es indes darum, einen vertrauten Zustand zu
> verändern.
Wem geht es darum?
Ich denke das hier ein gesellschaftlicher Konsens gefunden werden
muss. Es kann nicht sein, das ein Konsens, der zuvor offensichtlich
bestanden hat, ohne Diskussion nebenbei ausgehebelt wird.
>
> 2) Das Internet wird immer noch überdurchschnittlich von jungen und
> gut ausgebildeten Menschen benützt - also das Gegenteil des
> durchschnittlichen Wahlbürgers. Das führt natürlich zu Konflikten
> (Generationenkonflikt, Konflikt zwischen traditioneller Moral und
> Liberalismus).
>
> 3) Das Internet ist ein internationales Medium. Eine konsequente
> Zensur
> des Internets wäre somit automatisch auch ein Ausstieg Deutschlands
> aus dem Internet, denn wohl nirgends in der westlichen Welt wird
> “Jugendschutz” so fanatisiert betrieben wie hierzulande.
Ich hatte einen möglichen Weg beschrieben. Diesen hast du
wohlweislich nicht geqoutet.
Jedes Land hat seine Eigenheiten. Hier darf man sich mit 300km/h die
Rübe einrennen, in der Schweiz hat jeder ehemalige Miltär ne Knarre
zu Hause, in Südeuropa werden Singvögel gefuttert, die Amis verbieten
Oralsex in manchen Bundesstaaten, halten Knarren für ne prima Sache
und Nazipropaganda für von der Meinungsfreiheit gedeckt,
Ausschwitzüberlebende sehen letztes deutlich anders, Italien schaltet
Massenmedien gleich, wir halten uns für ne Demokratie, andere finden
ne Diktatur ne prima Sache.
Jetzt soll ein Medium allen passen. Den Mullahs und den Atheisten,
den Prüden und den Rüden.
Üblicherweise geschieht das auf dem Wege des kleinsten gemeinsamen
Nenners. Der wäre hierbei vermutlich Null.
Wer schwingt sich hier zum Richter auf. Soll einfach alles erlaubt
werden. Wäre jemand der der Meinung ist er soll zum Mord an deiner
Person aufrufen auch von der Meinungsfreiheit gedeckt? Wo ist die
Grenze.
Es kann nur so sein, das die geltenden nationalen Gesetze auch auf
neue Medien angewandt werden. Das diese Gesetze eine Anpassung
bedürfen, will ich garnicht bestreiten, aber wenn dann in den
üblichen demokratischen Institutionen.
Linus
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