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fernsehen mal pruefen, ob dieser merkwuerdigen
TV-Wissenschaft noch folgen kann.
> Völlig richtig! Und in Wirklichkeit ist es noch Etwas komplizierter.
> Eigentlich ist auch beim Analogfernsehen die genaue Anzahl der
> Bildpunkte (Pixel) definiert, und zwar nach der CCIR-Norm. Bei PAL
> z.B. zu 4/3×625x(1-0,08) x 625x(1-0,08), also ungefähr 767×575=440833
> Bildpunkte.
OK, es wurde also definiert, dass die horizontale
Aufloesung gleich der vertikalen sein solle. Eine
klare technische Spezifikation.
> Das ergibt eine maximale Bildsignalfrequenz von 7,3MHz. Wegen des
> endlichen Strahldurchmessers der Bildröhren reduziert sich jedoch die
> Vertikalauflösung. Und mit einem Kell-Faktor von ca. K=2/3 wird dann
> die max. Videobandbreite 5MHz, wie sie auch in der CCIR-Norm
> festgelegt ist.
Was hat die blosse Endlichkeit des Strahldurchmessers
mit der Vertikalaufloesung zu? Was es mit dem
Kellfaktor fuer eine Bewandnis hat, musste ich
nachschlagen: der gibt laut Wikipedia die gefuehlte
Zeilenzahl beim Zeilensprungverfahren gegenueber der
tatsaechlichen an. (Damit scheinen die Techniker einen
gewissen Einfluss auf die Programmmacher gehabt zu
haben. Im Wetterbericht kriegt man auch immer wieder
etwas von der ‘gefuehlten Temperator’ erzaehlt.) Und
um der oben genannten Spezifikation zu genuegen,
wird die tatsaechliche Horizontalaufloesung der
gefuehlten Vertikalaufloesung angepasst.
Sieht mir eher aus wie ein Blick in die Kristallkugel,
als nach Kalkulation. Aber ich mache zur Zeit etwas
ganz aehnliches :-) > Auch vertikal ist nicht wirklich jede (sichtbare) Zeile nutzbar, so
> dass unter praktischen Verhältnissen etwa eine Auflösung von 520×400
> erreichbar ist, die jedoch nur sehr wenige Fernseher überhaupt
> darstellen können.
Wieso eigentlich nicht? Ich kann mich erinnern, dass
ich mit einer Lupe auf dem Bildschirm meines alten
S/W-Fernsehers dunkle Streifen erkennen konnte, selbst
wenn die Bildhoehe so verringert war, dass man Teile
der Austastluecke sehen konnte. An etwaiger Ueberlappung
scheint’s nicht zu liegen. Ein zu grobes Farbraster
mittelmaessiger Bildroehren?
> Wer schon einmal ein analoges Kamerabild direkt
> auf einem analogen Studiomonitor gesehen hat, fragt sich sowieso,
> warum die digitale DVD-Qualität eigentlich so schlecht ist ;-)).
Wer schon mal im Kino war, den duerften die
Qualitaetsunterschiede von Fernsehern kaltlassen :-) > Na ja, dann muss das Bild aber wirklich übel aussehen ;-).
Ich stelle keine allzu grossen Anforderungen an
die Bildqualitaet der Flimmerkiste.
> Die am
> meisten auffälligen Artefakte ergeben sich bei schnellen Bildwechseln
> (->Stufenbildung),
Die sind mir noch nie aufgefallen.
> sowie bei gleichmäßigen Flächen (z.B. Himmel) wo
> dann große Quadrate auffallen.
Die sieht man auf dem LC-Display besonders deutlich.
Da hilft nur Training im Ignorieren. Da sowas meist
den Hintergrund betrifft, stoert’s mich nicht mehr.
Alles Gewohnheit. An leicht verscheites Analog-TV
gewoehnt man sich auch sehr rasch.
> Neun Programme wären (bei gescheiter Frequenzzuweisung) auch analog
> möglich gewesen. Aber das wäre (für die Betreiber) teurer geworden.
Das mit der gescheiten Frequenzzuweisung ist so
eine Sache. Da haben zu viele Leute ein Woertchen
mitzureden, die fuer ihre jeweilige Interessengruppe
das Maximum auf Kosten der anderen herausholen wollen.
Sie waere deshalb nur in einer globalen Diktatur
moeglich.
> Und da für die zusätzlichen Programme nur die “Privaten” in Frage
> kommen, war das für diese (mangels Werbefläche) in ländlichen
> Gegenden halt uninteressant.
Wenn die Kommerziellen nicht wollten, haette man
den Leuten JWD ja auch Arte, 3sat und ein paar
andere 3. Programme geben koennen. Das waere
sogar ein prima Standortvorteil: das
Verbloedungspotential waere deutlich geringer.
In Scharen waeren um das geistige Wohl ihrer
Kinder besorgte Eltern in strukturschwache
Regionen umgesiedelt.
> Und es ist für die Privaten immer noch uninteressant, da der durch
> die Digitalübertragung erreichte Kostenvorteil *nicht* entsprechend
> weitergegeben wird. Wenn sich das nicht ändert, wird (von
> Ballungszentren abgesehen) DVB-T wohl ausschließlich ein *nur*
> öffentlich-rechtliches Fernsehen bleiben.
Nicht nur DVB-T sondern das gesamte terrestrische
Fernsehen steht in den Randregionen auf dem Spiel.
Es ist einfach billiger drei Programme auf einem
Kanal mit verminderter Sendeleistung auszustrahlen,
als analog auf drei Frequenzen. Deswegen: entweder
DVB-T oder gar nicht.
> OK, manche Kabelbetreiber liefen wirklich eine schlechte Qualität.
> Aber wenn man ohnehin den Schritt zu Settop-Boxen macht (mit der
> Umstellung bei der Bedienung), dann wäre es logischer gleich zu DVB-S
> zu wechseln. Der Mehraufwand (Sternverkabelung, Multischalter) ist
> dann auch nicht mehr so groß, um so größer sind dafür die Vorteile.
> Auch ein funktionierendes Digitalradio ist bereits vorhanden. Und
> wenn man nicht das Letzte an Störspannungsabstand herausholen will,
> reichen bereits sehr kleine und wirklich unauffällige Schüsseln.
Sie wollten keine Schuessel und bei der DVB-T-
Loesung beschraenkte sich der Installationsaufwand
auf ein Loch in der Decke zum Dachboden, eins
in der Wand zur ersten Antennensteckdose, ein
Stueck Kabel in einem Einbauschrank und das
Kappen der Verbindung zu Kabelanschluss am anderen
Ende des im Haus verlaegten Antennekabels.
> Ganz schön mutig, wo SAT und Kabel bereits (ganz grob) je 45%
> Marktanteil haben ;-). Erklärtes Ziel der Sender war es sicherlich
> höhere Übertragungskosten auszuhandeln. Und dieser Schuss ging
> offensichtlich nach hinten los, da die Privaten in vielen Gebieten
> bereits ganz ausgestiegen sind. Und nur mit den GEZ-Gebühren, …
Die Uebertragunskosten fliessen aber nicht in
die Taschen der oeffentlich-rechtlichen Sender,
sondern in die der Telekom, die die meisten
Sendeanlagen betreibt. Ein paar gehoeren auch
der ARD, aber die nutzt sie selber.
MfG

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